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Bioplastics

"Bioplastics in Packaging": Gemeinschaftsfläche auf der interpack 2008

Kompostierbare Tragetasche auf Basis von Pflanzenstärke

Biokunststoffe und Bioverpackungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Sie stehen auch im Mittelpunkt einer großen Gemeinschaftsfläche im Rahmen der nächsten interpack. Die Organisatoren erwarten mehr als 30 Unternehmen, die auf rund 1.000 Quadratmetern über den aktuellen Stand, die Innovationen und Möglichkeiten in der Biokunststoffindustrie informieren. Ergänzt wird die Ausstellung von einem unterhaltsamen, fachlichen Rahmenprogramm.

Biokunststoffe haben in der jüngsten Vergangenheit eine rasante Entwicklung auf dem internationalen Markt hinter sich: Unternehmen erweitern ihre Kapazitäten und rechnen mit einer stetig ansteigenden Nachfrage in den nächsten Jahren. Auch während der interpack PROCESSES AND PACKAGING 2008 spielt der Fortschritt in der Biokunststoffindustrie eine zentrale Rolle: Unternehmen aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette werden ihren Entwicklungsstand auf einer eigenen Gemeinschaftsfläche unter dem Titel „Bioplastics in Packaging“ präsentieren, organisiert vom Industrieverband European Bioplastics gemeinsam mit der Messe Düsseldorf GmbH. Rohstoffe, Produkte, Verfahren und Maschinen der Biokunststofftechnologie werden auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern gezeigt. Damit wird die Ausstellung im kommenden Jahr etwa die dreifache Fläche des im Jahre 2005 veranstalteten "Innovationparc Bioplastics in Packaging" belegen.

 
Fruchtschale aus Nature Works Polymilchsäure PLA

Ein spannendes Rahmenprogramm mit Bühnendiskussionen und Präsentationen wird das Angebot der Unternehmen ergänzen. Die Organisatoren laden Vertreter aus Politik, Industrie und Medien einladen, um über Biokunststoffe vor dem Hintergrund der Debatten über nachhaltige Entwicklung, Klimawandel und Rohstoffverknappung zu diskutieren. Es wird ein unterhaltsames Programm geben - mit dem Ziel, die Wahrnehmung von Biokunststoffen weltweit zu fördern. Schließlich zeigten bio-basierte und biologisch abbaubare Kunststoffe in den vergangenen Jahren einen starken Aufschwung, vor allem auch im Anwendungsbereich kompostierbarer Biokunststoffverpackungen.

Auch die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. vertritt als Bundesverband der deutschen Kunststoffverpackungshersteller die Hersteller von Verpackungen aus Biokunststoffen. Hier hält man Biokunststoffe für eine zukunftsorientierte Option neben Kunststoffen auf fossiler Basis. Sie erweitern das Rohstoffangebot, bieten neue Eigenschaftsprofile und eröffnen den Firmen neue Geschäftsfelder. Aus diesem Grund unterstützt auch die IK den Aufbau weiterer Kapazitäten in diesem Bereich und alle politischen Aktivitäten zur Förderung der Entwicklung von Biokunststoffen. Allerdings dürfe diese Unterstützung nach Meinung der IK nicht zu einer Diskriminierung traditioneller Kunststoffe, beziehungsweise daraus hergestellter Verpackungen, führen.

 
Feinkostprodukte im Supermarkt

Längst finden sich für Biokunststoffe interessante Anwendungsmöglichkeiten. So wird beispielsweise Obst und Gemüse in wasserdampfdurchlässigen PLA-Folien verpackt. Auch dort, wo die Abbaubarkeit der Verpackung erforderlich ist, kommen Biokunststoffe inzwischen verstärkt zum Einsatz: zum Beispiel als biologisch abbaubare Müllbeutel für organische Abfälle oder als Agrarfolien für die Landwirtschaft, die nach dem Gebrauch untergepflügt werden können. Viele neue Produkte sind derzeit in der Entwicklung, der Trend zu Biokunststoffen setzt sich weltweit immer mehr durch.

 
Noch nie wurde in Deutschland so viel Raps angebaut wie 2007

Bioplastics sind international stark im Kommen: In England oder Italien werden bereits weitaus mehr kompostierbare Verpackungen eingesetzt als zum Beispiel in Deutschland, wo derzeit noch nur knapp ein Prozent aller Kunststoffverpackungen biologisch abbaubar ist. In Asien ist Japan der Vorreiter für Bioverpackungen und in den USA werden umweltfreundliche Polymerwerkstoffe ebenfalls zunehmend präsent. Nach Aussage von Steven Mojo, Geschäftsführer von „The Biodegradable Products Institute“ in New York City, seien momentan viele Produkte auf dem Markt, die aus einer Kombination von fossilen und nachwachsenden Rohstoffen hergestellt würden. Jüngste Ankündigungen, dass in den USA und Brasilien einige Firmen traditionelles Polyethylen aus nachwachsenden Rohstoffen (Rohrzucker und Ethanol) produzieren könnten, seien spannende neue Entwicklungen rund um das Thema Bioplastics. Das Wichtigste in der Diskussion über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Biopolymeren ist, laut Mojo, das Verständnis ihrer jeweiligen Eigenschaften und passenden Anwendungen – genau wie die Unterschiede zwischen PE, PET, PP und PVC. Es gebe eben viele unterschiedliche Granulat-Typen und jede habe ihre Vorteile in der einen oder anderen Anwendung. Und hierin besteht die große Herausforderung für die verarbeitende Industrie: zu verstehen, welches der neuen Granulate die jeweilige, individuelle Anforderung erfüllt - und damit dem Kunden einen echten Mehrwert verschafft.

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