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Rückblick interpack 2008
EHI-Studie: Spannungsfeld Verpackung
23.04.2008Das EHI hat im Auftrag der Messe Düsseldorf für die Studie "Spannungsfeld Verpackung" eine groß angelegte Befragung der führenden Unternehmen des Handels, der Konsumgüter- und der Verpackungsindustrie durchgeführt. Die Studie beleuchtet aktuelle Anforderungen, Erwartungen, Trends und Konfliktfelder entlang der Wertschöpfungskette Verpackung.
Die Bedeutung der Verpackung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Verpackung fungiert heute nicht mehr nur als Schutz- und Transportinstrument. Sie gewinnt einerseits aufgrund des Potenzials effizienterer Prozesse – von der Herstellung bis zum Regal –, andererseits wegen ihrer zunehmenden Funktion als Marketing- und Kommunikationsinstrument.
Der Handel fordert ein effizientes Handling für eine Optimierung der Arbeitsprozesse in der Logistik sowie am Point of Sale. Allerdings sind die Ansprüche in der Logistik und der Handelsfiliale teilweise konfliktär. In der Logistik sind optimale Schutz- und Transportfähigkeit und somit eine stabile Konstruktion entscheidend. Am Point of Sale soll die Verpackung eine verkaufsfördernde, attraktive Warenpräsentation mit freier Sicht auf die Produkte bieten. Zudem stehen gerade selbständige Einzelhändler dem Einsatz von Transportverpackungen im Regal aus Imagegründen insgesamt kritisch gegenüber. So kann der Handel sich kaum auf einheitliche Kriterien einigen, eine Forderung die die europaweit produzierenden Hersteller dringend erheben.
Die kundengerechte Gestaltung der Verkaufsverpackung birgt ebenfalls verschiedene Konfliktfelder. Aufgrund der Vielzahl an notwendigen Informationen werden diese für den Verbraucher immer schwieriger erkennbar. Der Nachfragetrend der Konsumenten nach kleinen Verpackungseinheiten, Umweltgründe sowie Platzprobleme im Handelsregal zeigen, dass größere Verpackungen jedoch auch keine Lösung bieten. Auch sollten Verkaufsverpackungen für den Produkt- und Hygieneschutz zwar gut verschlossen, trotzdem aber für den Verbraucher leicht und ohne Hilfsmittel zu öffnen sein.
Eine umweltgerechte Verpackung sollte „so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“ Materialeinsatz verbrauchen, um das optimale Mittel aus dem Spannungsfeld von Produktschutz, überzeugendem Marketing, gesetzlicher Anforderungen und Umweltgerechtigkeit zu finden. Ein Gedanke, der bei der Transportverpackung zu starken Reduktionen geführt hat, wohingegen bei der primären Produktverpackung häufig weiterhin die Marketinggesichtspunkte und damit Überfluss dominieren.
Verpackungsstudie 2008