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KBA spürt Folgen der Finanzkrise

17.11.2008

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) spürt wie die gesamte Branche massiv die negativen Auswirkungen der Finanzmarktturbulenzen auf die Exportwirtschaft. Durch den Nachfrageeinbruch in wichtigen Druckmärkten wie den USA und die in der aktuellen Bankenkrise deutlich eingeschränkte Kreditvergabe für Kundeninvestitionen unterschritt der Auftragseingang auf Konzernebene zum 30. September mit 1.005,0 Mio. € den Vorjahreswert von 1.148,2 Mio. € um 12,5 %. Besonders deutlich war der Rückgang der Neubestellungen im Geschäftsbereich Bogenmaschinen mit einem Minus von 15,8 % auf 489,3 Mio. € (2007: 581,0 Mio. €). Neben der bei kleineren Druckereien besonders ausgeprägten Investitionszurückhaltung musste eine ganze Reihe der zur internationalen Fachmesse drupa unterschriebenen Aufträge wegen nicht realisierbarer Finanzierungen verschoben oder gar storniert werden. Im Segment Rollen- und Sondermaschinen lagen die Bestellungen trotz eines leichten Zuwachses bei Zeitungsrotationen mit 515,7 Mio. € um 9,1 % unter dem Vorjahr (567,2 Mio. €), da weniger Wertpapier- und Akzidenzdruckmaschinen verkauft wurden.
Der Konzernumsatz verfehlte in den ersten neun Monaten mit 1.075,3 Mio. € den Vorjahreswert von 1.208,6 Mio. € um 11,0 %. Aufgrund des im dritten Quartal nicht im erwarteten Maße eingetretenen Liefereffekts der vorangegangenen drupa-Messe ging der Umsatz bei Bogenoffsetmaschinen gegenüber dem Vorjahr (2007: 569,2 Mio. €) um 12,2 % auf 499,9 Mio. € zurück. Auch bei den Rollen- und Sondermaschinen schrumpfte der Segmentumsatz im Berichtszeitraum um 10,0 % auf 575,4 Mio. € (2007: 639,4 Mio. €). Neben geringeren Lieferungen bei Wertpapier- und Akzidenzdruckanlagen machte sich der weitgehende Wegfall des schon vorher stark eingebrochenen und deshalb im September 2007 nach Italien verkauften Tiefdruckbereichs bemerkbar. Der Auftragsbestand im Konzern betrug zum Ende des dritten Quartals 721,6 Mio. € (2007: 888,3 Mio. €), wobei 510,2 Mio. € (2007: 571,1 Mio. €) auf Rollen- und Sondermaschinen und 211,4 Mio. € (Vorjahr: 317,2 Mio. €) auf Bogenmaschinen entfielen.
Trotz der umsatzbedingt fehlenden Deckungsbeiträge, gestiegener Rohstoff- und Energiekosten, Mehraufwendungen für die stark schwankende Kapazitätsauslastung und notwendiger Wertberichtigungen auf Forderungen hat der KBA-Konzern nach neun Monaten noch einen kleinen Betriebsgewinn von 7,9 Mio. € (2007: 41,5 Mio. €) erzielt. Dazu trug allein der durch den Anlagenbau geprägte Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen bei, der den zweistelligen Verlust in der seriennahen Bogenoffsetsparte nochmals überkompensieren konnte. Bei einem leicht negativen Finanzergebnis (–4,3 Mio. €) erreichte der Gewinn vor Steuern (EBT) im Konzern 3,6 Mio. € (2007: 38,0 Mio. €). Der Periodenüberschuss wird mit 7,8 Mio. € (2007: 29,8 Mio. €) ausgewiesen. Dies entspricht einem anteiligen Ergebnis je Aktie von 0,47 € (2007: 1,83 €).
Bei einem um 5,4 % höheren Inlandsumsatz reduzierte sich die Ausfuhrquote des traditionell stark exportorientierten Druckmaschinenbauers leicht von 86,7 % auf 84,2 %. Ins europäische Ausland gingen 52,3 % der Lieferungen (2007: 53,8 %). Durch mehrere Zeitungsrotationen für Indien legte der Anteil der Vertriebsregion Asien/Pazifik von 14,1 % auf 19,1 % zu. Dagegen fiel der wichtige Markt Nordamerika aufgrund der anhaltenden Investitionsflaute in den USA beim Umsatzbeitrag von 9,6 % auf nur noch 7,0 % zurück. Die Region Lateinamerika/Afrika trug mit 5,8 % (2007: 9,2 %) zum Konzernumsatz bei.
Durch den weiter gesunkenen Auftragsbestand sind im vierten Quartal die deutschen Werke der Muttergesellschaft Koenig & Bauer AG nicht voll ausgelastet. Derzeit noch nicht betroffen sind die in Marktnischen (Wertpapierdruck, UV-Druck/Kennzeichnungstechnik, Blechdruck) tätigen Tochtergesellschaften und Bereiche. Bereits seit Oktober begegnet KBA der unzureichenden Auslastung mit dem Abbau von Gleitzeitguthaben und Resturlaub. Nach den zehntägigen Betriebsferien Ende Oktober wurde für das Bogenoffsetwerk Radebeul ab November Kurzarbeit beantragt. Auch für andere Produktionsstandorte schließt das KBA-Management diesen Schritt nach dem Jahreswechsel nicht aus.
Im aktuellen Quartalsbericht bekräftigt der KBA-Vorstand seine bereits Ende September revidierte Umsatz- und Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2008, das am 31. Dezember endet. Danach wird gegenüber 2007 (1,7 Mrd. €) ein deutlicher Umsatzrückgang auf etwa 1,5 Mrd. € und ein durch hohe Sonderaufwendungen für die Konsolidierung der Bogenoffset-Standorte zusätzlich stark belastetes negatives Konzernergebnis erwartet. Angesichts des aller Voraussicht nach noch für einen längeren Zeitraum erheblich unter Normalniveau liegenden Nachfragevolumens für Zeitungs-, Akzidenz- und Bogendruckmaschinen sieht die KBA-Führung nach der bereits im September 2007 an den Rollenstandorten eingeleiteten Kapazitätsreduzierung auch im Geschäftsbereich Bogenmaschinen die Notwendigkeit, die Kapazitäten neu auszurichten.
Vorstandsvorsitzender Albrecht Bolza-Schünemann: " Die aufgrund der anhaltend schwierigen Marktlage unverzichtbare Konsolidierung der Bogenstandorte Radebeul bei Dresden, Mödling in Österreich und Dobruška in Tschechien sieht u. a. den Abbau von etwa 600 von insgesamt ca. 3.600 Beschäftigten in den drei Werken vor, wobei standortspezifische Details noch mit den Arbeitnehmervertretungen verhandelt werden. Bei einem operativen Verlust vor Restrukturierungskosten unter 10 Millionen € erwarten wir durch erhebliche Sonderaufwendungen für die Personalanpassung, erforderliche Wertberichtigungen und sonstige Aufwendungen am Ende des Geschäftsjahres 2008 ein negatives Konzernergebnis vor Steuern (EBT) im höheren zweistelligen Millionenbereich."


www.neue-verpackung.de



 
 

( Quelle: Neue Verpackung )

 

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